“Nacht und Licht” – Kammerchorkonzert zum Advent

Der Kammerchor Passion bringt am 15. Dezember um 17 Uhr in der Passionskirche ein Adventsprogramm mit Chor- und Orgelmusik zur Aufführung, das sich dem Dualismus von Licht und Dunkelheit in allen Facetten widmet. Der Weihnachtstermin liegt nicht zufällig nahe der Wintersonnenwende, die schon weit in vorchristlichen Zeiten gefeiert wurde und den Menschen seit jeher die Hoffnung gibt, dass kein Dunkel ewig währt. Die Erfahrungen des schwindenden und wiederkehrenden Lichts finden einen vielfältigen Widerhall in christlicher Spiritualität, Texten und Musik. Insbesondere in Skandinavien und dem Baltikum, wo dieser Wechsel durch die geographische Lage besonders spürbar ist, nehmen Traditionen und künstlerische Verarbeitungen rund um das Licht einen großen Raum ein. Ein weiterer Deutungsstrang führt in die orthodoxe Liturgie, in der Lichtriten wichtiger Bestandteil sind, man denke etwa an die Feier der Osternacht in der Jerusalemer Grabeskirche. Es erklingen Chorwerke aus diesen verschiedenen Klangräumen, ergänzt durch Orgelkompositionen von J.S. Bach, D. Buxtehude, Erkki-Sven Tüür und Sofia Gubaidulina.

Der Eintritt ist frei, eine Spende am Ausgang wird erbeten.

2x Magnificat und Krönungsmesse

Für den erkrankten Philipp Jekal ist Martin Backhaus kurzfristig als Bariton eingesprungen.

Am 8. Dezember 2019 um 17 Uhr (Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65) singt die Kantorei Passion das Magnificat von Carl Philipp Emanuel Bach und die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart.
Der zweite Sohn J.S. Bachs hat sein Magnificat 1749 wahrscheinlich als Bewerbungsmusik für die Thomaskirche in Leipzig geschrieben, das Werk aber auch später immer wieder zur Hand genommen und für wechselnde Aufführungsbedingungen bearbeitet. Bedeutsam ist vor allem das Konzert 1786 in Hamburg, wo er sein Magnificat mit dem Credo aus der h-Moll-Messe seines Vaters und Auszügen aus Händels Messias aufgeführt hat. Offenbar hat er sich in die Tradition seiner Elterngeneration gestellt, auch wenn er stilistisch ganz neue Wege beschritt: Die Musik sprüht vor mitreißenden Einfällen und sucht die Extreme, etwa wenn der Ruf nach dem Erbarmen Gottes den Chor in höchste Lagen führt oder wenn das kleine Wort „Amen“ in eine 181 Takte lange Schlussfuge mündet.

W.A. Mozart verehrte J.S. Bach und seine Söhne sehr und kannte ihre Werke gut. Seine „Krönungsmesse“ entstand für einen Festgottesdienst in Salzburg, möglicherweise in der Tat zur Krönung eines weltlichen Herrschers, wo der Gottesdienst einen engen zeitlichen Rahmen hatte. Die Musik ist daher bei aller Prachtentfaltung sehr komprimiert und besticht durch typisch Mozartschen Ideenreichtum und formale Geschlossenheit. Kern der Vertonung ist das Credo, in dem wiederum die Menschwerdung Gottes besonderen Raum einnimmt – insofern schließt sich hier der Bogen zur Verheißung des Magnificats, in dem die Geburt des Heilands angekündigt wird.

Kontrastiert werden die beiden Werke durch ein Magnificat von Dieter Schnebel (1930-2018), der den revolutionären, politischen Impetus des Textes unmittelbar in Klänge zu übersetzen versucht. Gregorianische Gesänge werden durch Cluster- und Schlagzeugklänge begleitet und verfremdet, zarte Farben stehen schroff neben einem Aufschrei über die Ungerechtigkeit in der Welt. Auch wenn das Stück bereits in den 1990er Jahren entstanden ist, sah Schnebel dessen Aktualität durch die Situation der Flüchtlinge an den Grenzen und innerhalb Europas bestätigt.

Ein Adventskonzert also, in dem neben Vorfreude und weihnachtlichem Glanz auch die Klage über den Zustand der Welt Platz finden soll, das die Weihnachtsbotschaft „Friede auf Erden!“ umso dringender werden lässt.
Karten zu 20€/erm. 15€ (unter 30 Jahren: 5€) gibt es am Konzerttag ab 16.15 Uhr an der Abendkasse.

Weitere Informationen hier:

Französisch-italienische Weihnachten

Saint-Saëns: Oratorio de Noël und Vivaldi: Magnificat (RV 610)
Samstag, 30. November, 19 Uhr
Reformationskirche Berlin-Moabit (Beusselstr. 35)

Herzliche Einladung zum diesjährigen Adventskonzert der Refo-Cantorei, das gleichzeitig mein Abschiedskonzert als Chorleiter sein wird. Es erklingt neben dem Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns auch das Vivaldi von Magnificat, also ein sehr farbenreiches Programm zwischen italienischem Barock und französischer Romantik (inkl. Harfe!).
Das hochkarätig besetzte Instrumental- und Solistenensemble verspricht einen wunderbaren weihnachtlichen Konzertabend, der allen offen steht: Der Eintritt ist frei (Spende erbeten) und die Kirche bietet viel Platz – wir freuen uns auf ein großes Publikum!

Zur Einstimmung und Einführung hier ein paar weiter gehende Informationen zum Hintergrund der Werke:

Wie können wir uns den Chor vorstellen, der Vivaldis Magnificat ursprünglich aufgeführt hat — im Unterschied zur Aufführungssituation in der Moabiter Reformationskirche?

Vivaldi war in Venedig an einem Mädchenwaisenhaus tätig und da in dieser Zeit in der Kirche nicht geschlechtergemischt musiziert werden durfte, bestand der Chor ausschließlich aus Mädchen- und Frauenstimmen. Offenbar waren darunter einige, die besonders tief singen konnten und Tenor- und sogar Bassstimme übernehmen konnten. Es sind Besetzungslisten überliefert (wie in unseren Programmheften), wo von einer „Paulina del Tenor“ und einer „Anneta del Basso“ die Rede ist. Dass Frauen grundsätzlich in der Kirche singen, ist auch in dieser Zeit nicht ungewöhnlich, man denke etwa an Frauenklöster, wo die Gregorianik gepflegt wurde, einstimmig und auch in schlichten Formen der Mehrstimmigkeit. Besonders ist aber, dass ein reines Frauenensemble einen Musikstil sang, der ursprünglich vom Klangbild einer rein männlichen Besetzung (ggf. unter Mitwirkung von Knabenstimmen) ausging; allenfalls bei weltlichen Madrigalen war eine gemischte Besetzung möglich.

Es gibt inzwischen Aufnahmen, die versuchen, dieses besondere Klangbild zu rekonstruieren. Was man davon hält, ist sicher auch Geschmacksache, aber es legitimiert uns zumindest, diese Musik auch mit unserem „Instrument“, nämlich einen gemischten Chor in der Tradition der bürgerlichen Musikvereine des 19. Jahrhunderts, aufzuführen. 


Was ist für dich das Besondere an diesem Stück?

Dass es alles, was Vivaldi auszeichnet, quasi in der Nussschale enthält. Von Strawinsky ist ja das etwas gehässige Bonmot überliefert, Vivaldi habe das gleiche Konzert 600 Mal komponiert. Dass die Musik häufig schematisch ist und manchmal dem Baukasten-Prinzip folgt, lässt sich gar nicht leugnen, aber das gilt auch für andere Musikstile, wie etwa für Teile des gregorianischen Repertoires, den Jazz oder viele neuere Chormusik. Wichtig ist ja, wie die Mittel eingesetzt werden und darin ist Vivaldi ein Meister: Das Magnificat folgt einer wirkungsvollen Dramaturgie und schäumt über vor melodischen Einfällen – alles sehr nah am Text entlang komponiert. Die Kunst besteht darin, in dieser Gattung und in der Kürze der Sätze so eine Prägnanz zu finden.

Interessant ist neben der vorher besprochenen Besetzungsfrage auch die Entstehungsgeschichte: Es gibt mehrere ganz verschiedene Versionen dieses Werkes, die sich zum Teil beträchtlich unterscheiden. Mal ist ein Doppelchor besetzt, mal Trompeten, mal Oboen, mal nur Streicher. Das zeigt, dass das Werk Vivaldi offenbar wichtig war und er es immer wieder zur Hand nahm. Außerdem scheint es sich schnell auch über Venedig hinaus verbreitet zu haben, wahrscheinlich mit den vielen italienischen Musikern, die an vielen europäischen Höfen hoch geschätzt un begehrt waren. Auch Vivaldi selbst hatte ja schon zu Lebzeiten einen unheimlichen Ruf als Violinvirtuose und Instrumentalkomponist weit über Italien hinaus erworben.

Ich habe mich für eine frühe Version des Werkes entschieden, die dramatisch und eingängig ist und die den Chor stärker fordert.


Warum hast du diese beiden Werke — die ja mehr als 150 Jahre auseinanderliegen —  in einem Konzertprogramm zusammengestellt?

Klanglich und von der Entstehung her unterscheidet diese Werke sehr viel. In diesem Kontrast liegt natürlich auch ein Reiz: Italienischer Barock und französische Romantik jeweils auf ihrem Höhepunkt. Die Verbindungen liegen auf inhaltlicher Ebene:

Beide Werke haben als Ausgangspunkt eine Engelsbegegnung mit weitreichenden Folgen – im Magnificat die Botschaft an Maria, dass sie schwanger ist und ein Kind gebären wird, das man Gottes Sohn nennen wird; im Oratorio de Noël die Verkündigung der Engel an die Hirten auf dem Felde, dass dieser Heiland nun geboren sei. In beiden Werken wird beschrieben, was das für die Zustände auf der Welt bedeutet: Das Niedrige, Schwache wird erhöht, das irdisch Mächtige gestürzt. Diese Vision ist natürlich kein Automatismus, sondern beschreibt eher das Potential, das die Botschaft Jesu entfalten kann. Selten ist die Bibel so politisch und das macht die Texte auch und gerade für die heutige Zeit relevant. Bei Vivaldi bricht sich dieser revolutionäre Impetus stärker Bahn und wenn man sich überlegt, aus welch prekären Verhältnissen die Mädchen und jungen Frauen in Vivaldis Waisenhaus stammten, kann man sich vorstellen, dass sie das aus vollem Herzen sangen. Zumal dies Worte sind, die Maria als junge Frau, heute würden wir sagen als Mädchen singt, die als schwangere Frau ohne Mann kein leichtes Schicksal zu erwarten hatte.

Saint-Saëns betont dagegen eher die meditativen Seiten. Das hängt mit den 150 Jahren dazwischen zusammen: Auf die überbordende musikalische Bildersprache des Barock folgte die Empfindsamkeit und Vorklassik, die nicht so sehr den äußerlichen Affekt in den Vordergrund stellte, sondern den emotionalen Nachhall in der Seele des Individuums. Ziel wurde mehr und mehr die „edle Einfachheit“ und die Befreiung vom barocken „Schwulst“. Das ist natürlich eng mit den philosophischen und politischen Strömungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts verbunden. Musik wurde weniger plakativ verstanden, sondern sollte Ausdruck für komplexe Empfindungen sein, die sich eben nicht in Worte fassen lassen. Das ist einer der wichtigsten Punkte in der Musikgeschichte, denn die Musik wurde auf diese Weise ein Stück weit vom Text emanzipiert. Die Komponist*innen der Romantik haben dann versucht, einen Text nicht einfach nur zu vertonen, sondern seinem emotionalen Gehalt und den darin enthaltenen Farben nachzuspüren und in ein ganz neues Klangbild zu überführen. Saint-Saëns hat den von ihm selbst zusammengestellten Bibeltext sicher auch nach diesen Gesichtspunkten ausgewählt, ähnlich wie Johannes Brahms in seinem deutschen Requiem. Für beide scheint die Harfe ein geeignetes Instrument gewesen zu sein, Seelenzustände in Klang zu fassen.

Unsere Vorstellung von weihnachtlicher Musik ist ja sehr durch Bachs Weihnachtsoratorium geprägt. Was hat Saint Saens „Oratorio de Noel“, das nicht die Weihnachtsgeschichte erzählt, mit Weihnachten zu tun?

Die Weihnachtsgeschichte gibt es ja ohnehin nicht. Und die Quintessenz der Weihnachtsbotschaft, nämlich der Engelsgesang bei den Hirten, die in jedem Gottesdienst gesungen wird, steht ja bei Saint-Saëns durchaus prominent am Anfang des Werkes.

Richtig ist: Es wird im Oratorio de Noël keine Geschichte erzählt (ähnlich wieder wie in Brahms deutschem Requiem), es ist eher eine Meditation über Motive der Weihnachtsbotschaft. Daher gibt es logischerweise auch keinen Evangelisten, der die Handlung voran trägt. Dramatik entsteht eher über Kontrastwirkung zwischen den Sätzen oder eine innertextliche Spannung. Im Vergleich zu Bach vermisst manch einer vielleicht auch die Pauken und Trompeten, aber das wäre Saint-Saëns gewissermaßen zu platt gewesen: Der Heiland ist eben kein irdischer König, der sich mit militärischem Pomp zu erkennen gibt, sondern einer, der zur Seele spricht.

Saint-Saëns kannte aber Bachs Weihnachtsoratorium sicher nicht, insofern ist es kein bewusster Gegensatz. Interessant ist aber, dass er sein Werk mit einem „Präludium im Stile J.S.Bachs“ beginnt, der ja in der Mitte des 19. Jahrhunderts erst allmählich wieder entdeckt wurde. Offenbar war das wenige, das der junge Saint-Saëns von Bach kennen konnte, ausreichend für diese Reverenz. Man muss allerdings sagen auch sagen, dass dieses Präludium kompositorisch mit Bach eher wenig zu tun hat…

Für welches Publikum hat Saint Saens sein Weihnachtsoratorium geschrieben?

Die Kirche La Madeleine, an der der 22-jährige Saint-Saëns 1857 Organist wurde, war das mondänste und meistbesuchte Gotteshaus in Paris. Uraufgeführt wurde das Werk am 25. Dezember 1858 in dieser Kirche, offenbar im Rahmen eines Weihnachtsgottesdienstes. Das Publikum war also in erster Linie eine Gemeinde und keine Ansammlung von regelmäßigen Konzertgängern. Das mag der Grund sein, warum über die Uraufführung und frühe Entstehungsgeschichte des Werkes wenig bekannt ist. Wenn man sich überlegt, welche Bedeutung Paris als Musikstadt hatte und was für gigantomanische Projekte etwa Hector Berlioz zeitgleich durchführte, konnte eine solche Aufführung zunächst nur eine Randnotiz bleiben. Saint-Saëns mag zwar als Wunderkind am Klavier Musikliebhabern bereits ein Begriff gewesen sein, aber sein Ruhm als Komponist kam später.

Wenn du zurückblickst auf 5 Jahre mit der Refo-Cantorei: Woran erinnerst du dich besonders gerne?

Schwierig, die Vielzahl der Erinnerungen und Eindrücke auf den Punkt zu bringen… Jedes Projekt war eine kleine Reise und ich war oft überrascht, wo wir am Ende gelandet sind. Gerade die ungewöhnlichen Konzerte werden in besonderer Erinnerung bleiben: Ich denke an das Freiheitskonzert mit Be van Vark, an das Brahms-Requiem mit dem Adoramus-Chor und dem BBSO, nicht zuletzt an die thematischen Konzerte im vergangenen Sommer. Ich fand es großartig, welches Vertrauen und welche Offenheit der Chor mir entgegen gebracht hat. Ich erinnere mich gern an die vielen Begegnungen und Menschen, die ich kennenlernen durfte und hoffe, dass der Kontakt bestehen bleibt, auch wenn der Chor sicher auch neue Wege beschreiten soll und wird.

Es fällt nicht so leicht, die tolle Chorgemeinschaft und das eingespielte Team mit Wilko und Philip zu verlassen. Es ist aber eigentlich ein gutes Zeichen, wenn man mit dem Gefühl geht, dass es ruhig noch ein paar Jahre hätten sein können…

“Bach und Bauhaus”

Orgelkonzert mit Werken von Bach, Hindemith, Krenek u.a.
Freitag, 8. November 2019, 20 Uhr
Französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt
an der Eule-Orgel: Johannes Stolte

Bildergebnis für paul klee "im bachschen stil"
Paul Klee: Im Bachschen Stil (1919)

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums begibt sich das Programm auf die Suche nach den Spuren, die das Bauhaus in der Musik hinterlassen hat.
Ausgangspunkt ist dabei Johann Sebastian Bach, der von vielen Persönlichkeiten rund um das Bauhaus hoch verehrt wurde. Paul Klee und Lyonel Feininger haben “Fugen” gemalt und sogar auch komponiert, dem Bauhaus nahe stehende Komponisten wie Ferrucio Busoni und Arnold Schönberg haben Bachsche Orgelwerke für Klavier oder Orchester bearbeitet. Ein besonderes Augenmerk wird auf Bachs Orgelbüchlein liegen, das wie das Bauhaus in Weimar entstanden ist und auch darüber hinaus manchen Prinzipien der Bauhausschule vorauszueilen scheint.
Paul Hindemith, Ernst Krenek und John Cage haben alle einen persönlichen Bezug zum Bauhaus und gehören zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, die sich auch dem Instrument Orgel gewidmet haben. In den erklingenden Werken lässt sich exemplarisch die Vielfalt der Kompositionsstile nach 1900 ablesen, die alle ein Stück weit auch Bauhaus-Handschrift tragen: vom Neoklassizismus Hindemiths über die Zwölftönigkeit Kreneks bis hin zur Minimal Music eines John Cage.

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Fantasie g-Moll, BWV 542/1

Johann Sebastian Bach                                  Ernst Krenek (1900-1991)

Aus dem Orgelbüchlein                                   Choralvorspiele

Dies sind die heil‘gen zehn Gebot, BWV 635

Jesaja, dem Propheten, das geschah

Durch Adams Fall ist ganz verderbt, BWV 637

                                                      O Lebensbrünnlein tief und groß

Gott, durch deine Güte / Gottes Sohn ist kommen,BWV 600

                                                      O Christe, Morgensterne

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend,BWV 632

                                                      Freut euch, ihr lieben Christen

Ernst Krenek

Aus: Die vier Winde, op. 223

Notos – Zephyros

Paul Hindemith (1895-1963)

Orgelsonate II (1937)

Lebhaft – Ruhig bewegt – Fuge. Mäßig bewegt, Heiter

John Cage (1912-1992)

Souvenir (1983)

Johann Sebastian Bach

Fuge g-Moll, BWV 542/2

Lyonel Feininger: Zirchow VII (1918)

Stellenantritt in Kreuzberg-West

Heilig-Kreuz-Kirche Berlin

Am 1. September 2019 beginne ich meinen Dienst als Regionalkantor in Kreuzberg-West mit Zuständigkeit für die Kirchengemeinden Heilig Kreuz-Passion und Jesus Christus.

Der Einführungsgottesdienst mit viel Chor- und Orgelmusik findet am 15. September 2019 um 18 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65 statt. Im Anschluss wird es bei einem kleinen Umtrunk Gelegenheit zum Kennenlernen und für Gespräche geben – herzliche Einladung!

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser…

Sommerkonzerte mit der Cantorei der Reformationskirche, in Berlin:

… und an der Ostsee:

Wasser in seinen vielen Facetten kann sinnbildlich für göttliche Präsenz stehen, für Werden und Vergehen, für spirituelle Reinigung, auch für die menschliche Seele überhaupt. Die Nähe zum Wasser, etwa in Gestalt von Meer, Fluss oder Quelle, öffnet unseren Geist und lässt uns gleichzeitig zur Ruhe kommen. Dieses Ziel verfolgt auch das aktuelle Konzertprogramm der Cantorei der Reformationskirche Berlin-Moabit, das den verschiedenen mit dem Wasser verbundenen Sichtweisen und Klangwelten Raum geben soll.

Wie tief die einzelnen Werke sich mit dem Element Wasser auseinandersetzen, ist dabei höchst unterschiedlich: In den Chorballaden des liechtensteinisch-deutschen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger zum Beispiel ist das Wasser vor allem ein atmosphärisches Hintergrundrauschen für romantische Stimmungsmusik. In den beiden Vertonungen des 42. Psalms des italienischen Renaissancemeisters Giovanni Pierluigi da Palestrina und des aus Estland stammenden und in Berlin wirkenden Rudolf Tobias wird der Wasserdurst in der Wüste zum Sinnbild für die Suche nach Gott. Claus-Steffen Mahnkopfs Stück „mehr wasser“ öffnet eine andere Klangwelt, in der die Kraft und typischen Geräusche des Wassers – vom Murmeln über das Brodeln hin zum Zischen – vom Chor mit sprachlichen Mitteln akustisch dargestellt werden.

Israelsbrünnlein

Der Kammerchor Passion widmet sich der großartigen Madrigalsammlung von Johann Hermann Schein (1623), ergänzt durch Werke von Heinrich Schütz und Johannes Brahms. Der Zyklus bildet bei größtmöglicher Synthese von Text und Musik die menschlichen Grunderfahrungen rund um Freude, Trauer, Trost und Zuversicht ab.

J.S. Bach: Messe in h-Moll

Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe hat als mythisches Werk der Superlative und musikalisches Vermächtnis Bachs ihren Platz in der Musikgeschichte gefunden. Auch wenn trotz intensiver Forschung vieles rätselhaft bleiben wird, hat das Werk in seinem universalistischen Anspruch beispielhaften Charakter – Bach zeigt, was kompositorisch in seiner Zeit möglich war und verbindet die verschiedensten europäischen Musikstile, Satzarten und Formen. Gleichzeitig ist diese einzige vollständige Messvertonung Bachs Frucht einer lebenslangen, überkonfessionellen Durchdringung von Glaubensinhalten und deren Übertragung in die Sprache der Musik.

Die Handschrift des Werkes, niedergeschrieben in Bachs letzten Lebensjahren nach einem jahrzehntelangen Entstehungsprozess und aufbewahrt in der Staatsbibliothek Berlin, ist seit 2015 Teil des Weltdokumentenerbes der UNESCO.

Die Kantorei der Passionskirche führt das ergreifende Werk gemeinsam mit der Capella Passiflora und einem Solistenquartett am 5. und 7. April, jeweils 19.30 Uhr, in der Heilig Kreuz-Kirche Berlin-Kreuzberg auf.

Karten zu 20€/ erm. 15€ an der Abendkasse, telefonische Vorbestellung unter 030 81492598